Der Markt für Business Software erscheint auf den ersten Blick klar definiert und abgegrenzt. Transformative Technologien wie AI mal beiseitelassend, so sprechen wir beim Thema Business Software eigentlich alle die gleiche Sprache: BI, ERP, CRM, HRM und Finanzbuchhaltung sind die großen Themen, und die relevanten Marktteilnehmer sind weitgehend bekannt.

Bei näherer Betrachtung wird das Bild jedoch zunehmend facettenreicher. Der Bedarf an flexiblen Speziallösungen, die einen maßgeschneiderten Anwendungsfall abdecken, ist bereits jetzt enorm. Und er wird sich in den nächsten Jahren vervielfachen. Und wenn wir von flexiblen Speziallösungen sprechen, meinen wir primär folgende Themen:

  • Bundle-Lösungen: Die Business Software-Komponenten werden auf den Anwendungsfall abgeschlankt und angepasst und mit anderen Komponenten – z.B. Hardware – ergänzt, so dass ein vollständiges, in sich kohärentes Ökosystem entsteht, welches dann Endkunden als Paketlösung angeboten werden kann.
  • Spezialisierte Anwendungslösungen: Es werden komplett neue Anwendungsfälle implementiert, die den bekannten Feature-Rahmen üblicher Business Software-Komponenten verlassen. Existierende Business Software-Komponenten werden dabei oft als Basis genommen und um die nötigen Features erweitert.

Klar ist, dass beide Szenarien nach einer Basis-Lösung verlangen, die sowohl mächtig im Funktionsumfang ist als auch die nötige Flexibilität an den Tag legt, die geforderten Anpassungen schnell und nachhaltig umsetzen zu können. Bis hin zur Möglichkeit, die neu erschaffene Lösung in Eigenregie zu betreiben und unter eigenem Namen zu vermarkten. Oder kurz gesprochen: Ein flexibles PaaS-Konzept mit Zukunftsfähigkeit und einer White Label-Option.

Und genau hier kommen wir an den Punkt, wo viele der Marktgrößen an ihre Grenzen stoßen und MD-Premium seine Stärke ausspielen kann.

“Mission erfüllt” anstatt fauler Kompromisse

Wer eine White Label-Lösung aus der Taufe heben möchte, will nicht nur schnell ans Ziel gelangen. Es sollten auf dem Weg dorthin möglichst keine faulen Kompromisse eingegangen werden, welche die Attraktivität und Qualität der Lösung beeinträchtigen. Sie wollen die Lösung, die Sie benötigen, nicht die, die Ihnen der PaaS-Partner erlaubt.

MD-Premium wurde von Anfang an mit einem Fokus auf Erweiterungsfähigkeit entworfen. Business Software muss immer an den Kunden angepasst werden. Je besser dies von der Software unterstützt wird, umso reibungsloser verläuft das Projekt, umso höher ist die Akzeptanz beim Endkunden. Darum sind in MD-Premium mannigfaltige Mechanismen für die Anpassung und Erweiterung der Basis-Software integriert.

Und genau dieser Aspekt kommt bei White Label-Projekten besonders zum Tragen. Denn die Flexibilität der Software beschränkt sich nicht nur auf simple Anpassungen. Sie ist umfassend:

  • Anpassung von bestehenden oder Erstellung neuer Benutzermasken
  • Anpassungen des Verhaltens bestehender Funktionen
  • Erstellen neuer Funktionen innerhalb eines Funktionsmodules, z.B. ERP oder CRM
  • Erstellen gänzlich neuer Funktionen außerhalb der Funktionsmodule, auch unter kompletter Umgehung selbiger

Im Extremfall kann ein Kunde also die gesamte Business-Logik von MD-Premium verwerfen und ein komplett neues System entwerfen, welches mit der ursprünglichen Software nur noch die Basis gemein hat.

Um zu verstehen, wie es möglich ist, einen solchen Grad an Flexibilität bereitzustellen, müssen wir einen näheren Blick auf die Basis und Kernfunktionalität von MD-Premium werfen – das Application Framework.

Der universelle Hintergrund

Das MD-Premium Application Framework (AFW) ist eine neutrale Ablaufumgebung für Business Logik jeglicher Art, basierend auf den Möglichkeiten der Oracle Datenbank in Verbindung mit PL/SQL Prozeduren. Standard-Module wie ERP oder CRM sind keine eigenständigen Monolithen, sondern Erweiterungen des Application Frameworks selbst. Das Framework stellt dabei übergreifende Basisfunktionen wie User- oder Rechtemanagement zur Verfügung, während eine Oracle-Datenbank den technischen Unterbau des Systems bildet.

MD-Premium Architecture

Nachdem das Framework neutral ausgelegt ist, haben Sie freie Hand, welche Business-Logik implementiert wird. Solange die Implementierungsrichtlinien des Frameworks eingehalten werden, gibt es keine Einschränkung, wie Sie das System auslegen und können dabei auf die vorhandenen Basis-Mechanismen des Frameworks zurückgreifen.

Eine ideale Voraussetzung für White Label-Projekte, wo das Erweitern des vorgegebenen Funktionsrahmens oberste Prämisse ist. Aber die Flexibilität von MD-Premium endet nicht dort.

Das IT-Chamäleon

Niemand möchte das Rad neu erfinden. Auch in stark individualiserten White Label-Projekten werden viele der Standardfunktionen benötigt, die eine Business Software-Suite von Haus aus bereitstellt. Allerdings oft in einer angepassten oder abgewandelten Form. Und genau hier greifen die nächsten Erweiterungs-Mechanismen von MD-Premium.

Jede Funktion im System besitzt klar definierte Erweiterungspunkte, die vor und nach der Ausführung der Funktion selbst angesprungen werden. Mit Hilfe dieser Erweiterungspunkte haben Sie die Möglichkeit, jeder beliebigen Funktion weitere Aspekte hinzuzufügen bzw. das Verhalten der Funktion nach den eigenen Bedürfnissen abzuändern, ohne die eigentliche Funktion selbst angreifen zu müssen.

Ein weiterer, sehr mächtiger Aspekt ist der Repository Layer, der das Bindeglied zwischen Business Logik und Benutzerinterface bildet. Anhand umfangreicher XML-Ressourcen werden das Aussehen und Verhalten des Clients gesteuert. Anpassen von bestehenden Masken, Erstellen neuer Masken, Einbinden neuer Business-Logik… all das geschieht primär über die XML-Ressourcen des Repository Layers. Der Client selbst muss lediglich die Anweisungen des Repositorys interpretieren und kann Änderungen sofort umsetzen. Und nachdem XML eine vergleichsweise einfach zu erlernende Technologie ist, kann die Einstiegshürde auch für technisch weniger versierte Personen gemeistert werden.

Fassen wir noch einmal zusammen

Bestehende Funktionen an die eigenen Bedürfnisse anpassen, neue Funktionen hinzufügen und das alles in einer gemeinsamen Datenbasis vereinen… die perfekten Voraussetzungen, um ein White Label-Projekt zu starten.

Nicht umsonst wurde das Chamäleon zum Maskottchen von Multidata: Anpassbar bis zu dem Punkt, wo es praktisch nicht mehr erkannt wird. Aber egal, wie sehr es sich wandelt, es bleibt dennoch stets ein Chamäleon.

Aber die Vorteile für White Label-Partner sind hiermit noch lange nicht erschöpft. Erfahren Sie im nächsten Teil, wie MD-Premium die Zukunftsfähigkeit Ihrer Implementierung gewährleistet und wie Sie dank flexibler Deployment-Modelle Ihr White Label-Projekt so in den Markt bringen, wie Sie es benötigen.

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Datum 26. Mai 2026
Autor WOLFGANG BONNESS
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